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Januar 2026

Unternehmensnachfolge als Schlüsseltreiber des M&A-Marktes: Zwischen Marktstabilisierung und Übergabedruck

Der M&A-Markt und die Unternehmensnachfolge stehen in engem Wechselspiel. Wirtschaftliche Unsicherheit, strukturelle Veränderungen und die zunehmende Notwendigkeit strategischer Entscheidungen beeinflussen nicht nur die Zukunft einzelner Unternehmen, sondern die Stabilität des gesamten Mittelstands. Vor diesem Hintergrund gewinnt ein genauerer Blick auf die Marktmechanismen zunehmend an Bedeutung. Wir möchten an dieser Stelle die Zusammenhänge erläutern und neben einem kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr auch einen Ausblick auf die erwarteten Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen des Nachfolge- und M&A-Marktes im neuen Jahr 2026 geben.

1. M&A-Marktentwicklung 2025: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Der deutsche Small- und MidCap-M&A-Markt befand sich im vergangenen Jahr in einer Konsolidierungsphase. Nach tendenziell verhaltenen Marktaktivitäten in den Vorjahren zeigte sich 2025 zwar eine leichte Stabilisierung, die Aktivitäten blieben jedoch weiterhin auf eher niedrigem Niveau.

Die Bewertungsmultiples blieben überwiegend konstant, doch wurden (geplante) Transaktionen häufig durch überzogene Preisvorstellungen, ein schwächelndes Current Trading oder Defizite in der Due Diligence belastet. Hinzu kam die weiterhin angespannte Finanzierungslage: Banken agierten noch immer sehr vorsichtig, prüften Finanzierungen strenger und waren weniger bereit, Kredite zu vergeben. Private-Debt-Lösungen waren zwar verfügbar, sind jedoch deutlich teurer geworden. Diese Faktoren führten dazu, dass zahlreiche Deals aufgeschoben oder neu strukturiert werden mussten. Im Markt dominierten strategische Käufer, die ihre Investitionsentscheidungen stärker auf langfristige Synergien ausrichten. Private Equity blieb dagegen durch einen anhaltenden Exit-Stau und zurückhaltendere Investitionsstrategien gebremst. Gleichzeitig wirkten politische und wirtschaftliche Unsicherheiten dämpfend. Insgesamt lässt sich das Jahr 2025 daher vor allem als Übergangs- und Vorbereitungsjahr charakterisieren, in dem die Voraussetzungen für eine Marktbelebung ab 2026 geschaffen wurden.

 2. Unternehmensnachfolge als struktureller Treiber der Marktaktivität

Trotz der gedämpften Transaktionsdynamik bleibt die Unternehmensnachfolge ein entscheidender Treiber des M&A-Geschehens. Der Generationenwechsel im Mittelstand erreicht einen historischen Höhepunkt. Viele Inhaber stehen kurz vor dem Ruhestand und planen ihren geordneten Rückzug aus dem operativen Geschäft. Gleichzeitig mangelt es oft an geeigneten Nachfolgern. In einigen Fällen wird sogar über Stilllegungen von Unternehmen nachgedacht, da es an Alternativen fehlt. Ein Szenario, das insbesondere in strukturschwächeren Regionen erhebliche wirtschaftliche Folgen hätte. Regionale Unterschiede sind hier besonders sichtbar. Hinzu kommen Herausforderungen bei der Kaufpreisfindung sowie rechtliche und steuerliche Komplexitäten, die viele Übergabeprozesse deutlich verlangsamen.

Vor allem die frühzeitige, strukturierte und rechtssichere Vorbereitung der Nachfolge schafft hier Klarheit für potenzielle Käufer und erhöht deren Investitionsbereitschaft. In der Folge verbessern sich die Chancen für erfolgreiche Transaktionen, die auch die allgemeine Marktaktivität ankurbeln können.

3. Ausblick 2026: Neue Chancen durch Vorbereitung und Professionalisierung

Die Entwicklungen des vergangenen Jahres verdeutlichen insbesondere die Neuordnung des Marktes und die Ausdehnung der Nachfolgelücke. Viele Unternehmer zögern gerade aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, steigender Kosten, Digitalisierungspflichten und regulatorischer Anforderungen die Übergabe ihres Unternehmens hinaus.

Gleichzeitig steigt aber auch in einigen Branchen das Interesse an Unternehmensübernahmen wieder an. Dies könnte als Indiz gewertet werden, dass der Tiefpunkt der Marktaktivität bereits überstanden ist. Nun ist eine professionelle und frühzeitig initiierte Vorbereitung entscheidend, um die entstehenden Dynamiken bestmöglich zu nutzen. Die aktive Suche nach passenden Nachfolgern ist zeitaufwendig und sollte idealerweise mit ausreichend Vorlauf vor der geplanten Übergabe beginnen. Ebenso wichtig sind funktionsfähige Notfallregelungen mit vollständigen Unterlagen, klaren Vollmachten und definierten Prozessen. Gelingt diese strukturelle Vorbereitung, eröffnen sich ab 2026 insbesondere neue Chancen. Dazu gehören bessere Finanzierungsbedingungen, höhere Abschlusswahrscheinlichkeiten und ein Marktumfeld, das von gestärktem Vertrauen geprägt sein dürfte. Unternehmen, die rechtzeitig handeln, sind optimal positioniert, um diese Entwicklung zu nutzen.

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Autorin dieses Beitrags:

Annabelle Ritter
Senior Consultant, CVA

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